We failed - Warum die Verleih App WHY own it nicht funktioniert hat

Im Februar 2012 kam mir im Urlaub die Idee zu einer Verleih App. Wäre es nicht super, wenn man sich ein Surfboard von seinen Freunden ausleihen könnte, wenn man wissen würde, welche Bücher die Freunde haben und wo es das beste Steak in der Stadt gibt?

Der Arbeitstitel war HaveWantLove.

Mit dieser Idee kam ich zurück nach Hamburg und habe sie ein paar Freunden erzählt. Schnell haben wir uns entschieden auf “Love” zu verzichten. Es sollte nur um Dinge gehen. Dinge die jemand entweder besitzt oder gerne mal ausleihen würde.

Bei einer Flasche Wein mit Hans, der in der Zwischenzeit die App Clue aufgezogen hat, kamen wir auf den Namen “y’own” von “you own”, einen Tag später wurde daraus “WHY own it”. 

Im April 2012 wurde die WHY own it GmbH gegründet und es wurde angefangen zu entwickeln.

Die App bauten wir unter folgenden Annahmen:

  • Unter Freunden leiht man sich gerne Produkte aus.
  • Einem Fremden würde man nichts ausleihen.
  • Freunde kaufen die gleichen Sachen, lesen die selben Bücher, etc.

Im August war es dann soweit. Die erste Version der iPhone App WHY own it kam in den App Store. 

Version 1: Leihe Produkte von Freunden

Gestartet haben wir mit der ersten Version, in der man sich per Facebook oder E-Mail angemeldet hat. Man konnte seine eigenen Produkte per Foto oder Barcode Scanner hochladen und Produkte von Freunden sehen oder anfragen. Um eine größere Auswahl an Produkten zu bekommen, konnte man Freunde per E-Mail und Facebook einladen.

WHY own it - Die Verleih App - Version 1.0

WHY own it - Die Verleih App - Version 1.0

Mit dem Launch hatten wir sofort ein wenig Presse und waren gespannt, was passieren würde. Wie es bei den meisten Start-ups so ist, passierte erst einmal nicht viel. 

In den kommenden Wochen haben wir immer wieder versucht, das Produkt durch neue Features zu verbessern:

  • Teilen von Produkten via Facebook und Twitter
  • Drag & Drop Usability
  • Ein Punktesystem für’s Hochladen von Produkten. Die Punkte konnte man später für u.a. Freiminuten von car2go eintauschen.

Die Presse war super. Das Thema Shareconomy wurde 2013 zum Lieblingsthema der Presse und wir waren fast immer mit dabei. Jedem Journalisten ist eine schöne Leihgeschichte eingefallen. Nur leider hat unsere App nie wirklich funktioniert. 

Ich werde nie vergessen, als ich mit Phillip bei einem Feierabendbier zusammensaß und bei Galileo ein Beitrag über uns lief. Da haben die Server förmlich gebrannt. Drei Tage später war wieder Flaute. 

Zum zweiten Mal habe ich ein Start-up gegründet, welches in der Presse gut ankam und bei dem jeder gesagt hat “tolle Idee”, das aber eigentlich bei weitem nicht so gut funktioniert hat, wie es nach außen hin aussah.

Anzahl neuer User auf der Verleih App

Anzahl neuer User auf der Verleih App

Downloads der Verleih App: 2012-2014 (getrieben von TV & Presse - 0€ Marketing Spending)

Downloads der Verleih App: 2012-2014 (getrieben von TV & Presse - 0€ Marketing Spending)

Was lief falsch?

Ich habe die Konzeption der ganzen App komplett unterschätzt. Ich erinnere mich daran, dass ein Bekannter aus Berlin mich gewarnt hat, die Konzeption von Mobile Apps sei etwas ganz anderes als die von Webseiten. In meiner damaligen Überheblichkeit habe ich gedacht, dass ich das ganz locker hinbekommen würde.

Zudem sind wir davon ausgegangen, dass den Leuten unsere Idee genauso gut gefällt wie uns und dass sie sich gegenseitig davon erzählen würden. Klar, viele fanden die Idee super, das hieß aber noch lange nicht, dass sie auch die App installierten, sich anmeldeten oder geschweige denn Produkte hochluden.

Leute, die sich angemeldet haben, wollten sich am liebsten etwas ausleihen, hochgeladen hat kaum jemand etwas. Und da meistens noch keiner der eigenen Freunde die App nutzte, bestand für den Nutzer gar nicht die Möglichkeit, sich etwas auszuleihen. Manchmal war das dann der Anreiz, ein paar Freunde einzuladen.

Version 2: Leihe von Nachbarn

Im Oktober 2013 haben wir endlich die App für “Nichtfreunde” geöffnet. Ab diesem Zeitpunkt konnte sich jeder Produkte von Nachbarn ausleihen.

WHY own it - Die Verleih App - Version 2.0

WHY own it - Die Verleih App - Version 2.0

Unsere Annahme für die Version war klar. Unsere Nutzer wollen sich gerne etwas ausleihen, nur gibt es zu wenig Angebot, da kaum einer der eigenen Freunde mitmacht. Mit der Öffnung der App auf Nachbarn konnten sich Nutzer ab sofort Produkte von Leuten in ihrem Umfeld ansehen und ausleihen. Wir dachten, dass das beim Verwender ein positives Erlebnis wecken würde, dass er selbst Produkte hochladen und seinen Freunden von der App erzählen würde. 

Die Aktivität auf der App hat sich jedoch leider nicht groß verändert. 

Version 3: Alles Neu

Im Februar 2014 haben wir dann die Version 3 raus gebracht; dieses Mal mit Flat Design, neuer Produktseite und einer Kartenansicht.

Um diese Version zu bauen, haben wir nicht nur das Frontend sondern auch das Backend komplett neu gebaut. Die Dynamik im Team war super und wir hatten große Hoffnung, dass die Version 3 wesentlich besser funktionieren würde als die vorherigen Versionen.

WHY own it - Die Verleih App - Version 3.0

WHY own it - Die Verleih App - Version 3.0

Nachdem auch die Version 3 nicht den gewünschten Erfolg brachte, ist mein Interesse an der App Monat für Monat geschwunden. Es gab Monate, in denen ich die App nicht einmal mehr geöffnet habe. 

 

 

GAME OVER

Seit Mitte 2014 haben wir intern immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, doch noch eine 4. Version der App auszuprobieren. In den letzten Tagen habe ich allerdings beschlossen, dass ich erst einmal eine Verleih-Pause brauche. 

Unser Entschluss: Wir werden der App vorerst den Stecker ziehen.

Vor 3 Jahren hatte ich die Idee für die App. Heute haben wir die App aus dem App Store genommen. Am 12. März 2015 werden wir den Server endgültig abstellen, was bedeutet, dass Eure Daten komplett gelöscht werden. 

Es ist uns leider nicht gelungen, das Baby zum fliegen zu bekommen.

Der amerikanischer VC Fred Wilson hat in seinem Rückblick über 2014 folgendes geschrieben:

“The “sharing economy” was outed as the “rental economy.” nobody is sharing anything. people are making money, plain and simple. technology has made renting things (even in real time) as simple as it made buying things a decade ago. Uber and Airbnb are the big winners in this category but there are and will be others.”

Die Version 4 wäre auf jeden Fall in Richtung “Rental Economy” gegangen. Ich bin mir sicher, dass irgendjemand das Rennen machen und das Airbnb für Produkte etablieren wird. Wir werden diesen Schritt auf jeden Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen. Vielleicht geben wir der ganzen Sache Ende des Jahres noch einmal eine Chance; vielleicht erst im Jahr 2020. Wer weiß? 

Alle Projekte, die ich bis dato gestartet habe, haben in erster Linie ein Problem für mich gelöst. 

“Wie kann ich schnell und einfach coole Öko Klamotten kaufen?”

“Wie kann ich sehen, welche Produkte ich mir von meinen Freunden ausleihen könnte?”

“Wofür gebe ich überhaupt jeden Monat mein Geld aus und wie viel?”

Ich gehe dann immer davon aus, dass andere Leute die gleichen Probleme haben, hinterfrage die ganze Sache und fange an zu konzipieren.

Während ich 2013 versucht habe, nichts zu kaufen und alles über die WHY own it App von Freunden und Nachbarn zu leihen, haben sich meine Prioritäten momentan verschoben.

 

 

Was passiert mit der WHY own it GmbH?

Mein Traum war es immer, eine Firma zu haben, die sowohl Dienstleister ist als auch eigene Projekte umsetzt. Dahinein stecken wir eigentlich schon über ein Jahr unsere Energie. Die Erfahrungen, die wir u.a. mit dem “Nicht-Funktionieren” der WHY own it App gemacht haben, waren dafür wertvoll und fließen mit ein. Zudem haben wir in den letzten Jahren ein gutes Netzwerk an Agenturen, IT-Dienstleistern, Freelancern und Start-ups aufbauen können, mit denen wir nun verschiedene Projekte schnell umsetzen können. 

Nachdem wir zwei Angel Runden gemacht haben, finanzieren wir uns seit Mitte 2013 durch Berater- und Agenturjobs. Wir helfen Großkonzernen und Mittelständlern bei der Konzeption, Umsetzung und Vermarktung von E-Commerce und Mobile Projekten. Dabei entstehen immer wieder neue Ideen, welche wir auf die Straße bringen wollen. 

Ziel ist es, jedes Jahr 1-3 eigene Ideen umzusetzen. Die letzten Monate haben wir uns neben dem Beratungsgeschäft auf just SPENT konzentriert. Ein weiteres Projekt wird gerade entwickelt.

just SPENT 1.1 – Die Ausgaben App, die kein Menschen interessiert!

Nun ist es soweit, Version 1.1. von just SPENT ist im App Store!

Ohne große Erwartungen haben wir Mitte Oktober just SPENT gelauncht. Ein Seitenprojekt. Eine kleine iPhone App, die dir ermöglicht, deine Ausgaben zu festzuhalten. Nichts wirklich neues. Wir haben einfach eine App gebaut, die uns hilft, einen besseren Überblick über unsere Ausgaben zu haben.

Zum Launch haben wir eigentlich nicht viel gemacht. Wir haben einen Blog Post gepostet und eine E-Mail an etwa 200 Leute geschickt, die sich vorher auf unsere Landing Page eingetragen haben. Wir haben 2 Blogs eine kurze Mail mit dem Link zu unserem Blog Post geschickt. Ohne Erfolg. Es hat keiner über uns geschrieben. Kein (Presse) Mensch interessiert sich für just SPENT! Den WHY own it Nutzern haben wir keine E-Mail geschrieben.

Dann haben wir ein bisschen Facebook Werbung gebucht. So 200 USD. Bis dato kamen die meisten Downloads organisch. Es scheint eine paar Leute zu geben, die die App tatsächlich downloaden und nutzen.

Downloads hin oder her, die Aktivität auf der App ist über unseren Erwartungen und hat uns dazu bewogen mehr Zeit in just SPENT zu investieren. Wir haben die letzten Tage ein bisschen an Version 1.1. gesessen und werden tatsächlich eine Android Version in den kommenden Wochen launchen. Wer eine E-Mail bei Launch von uns erhalten möchte, kann sich gerne hier eintragen.

Mittlerweile hatte wir sogar schon unseren ersten, kleinen Pressebeitrag. Die COUCH hat über uns berichtet.

just SPENT im COUCH Magazin

just SPENT im COUCH Magazin

1.1. ist in einer neuen Farbe, hat ein paar neue Kategorien und du kannst jetzt noch schneller deinen Ausgaben eintragen.

just SPENT iPhone App 1.1

just SPENT iPhone App 1.1

Hier geht’s zum App Store

Hier geht’s zum Play Store

Falls dir just SPENT gefällt, würden wir uns sehr über einen App Review freuen. Du kannst uns auch jeder Zeit Feedback per E-Mail (hello {at} just spent {dot} com) oder Twitter schicken.

just SPENT App – Warum ist am Ende des Monats immer mein Geld weg?

WHY own it hat in letzter Zeit einen Wandel von einem Startup, das eine Sharing-Plattform betreibt, hin zu einer Agentur/Beratungsfirma gemacht. Unsere Vision ist es, uns unabhängiger zu machen und in der Hälfte der Zeit mit eigenen, innovativen Produkten zu beschäftigen.

Wir freuen uns deshalb, euch nach WHY own it, der Verleih-App, unser zweites Produkt präsentieren zu können: just SPENT.

Das Problem ist bekannt: Viele kleine Ausgaben summieren sich zu einer großen Summe, die am Ende des Monats auf dem Konto fehlt. Um den Überblick über diese vielen kleinen Alltagsausgaben behalten zu können, haben wir just SPENT entwickelt.

Ich selbst habe immer mal wieder versucht, meine privaten Ausgaben in übersichtlicher Weise festzuhalten. Dafür habe ich Apps, Excel oder auch Stift und Papier verwendet.

Hier ein Beispiel, wie ich mir im Juli vorgenommen habe, mal alle Ausgaben zu tracken. Was man auf den ersten Blick erkennen kann, ist, dass ich öfters in die gleichen Läden gehe und dort die gleichen Sachen esse/kaufe. In dieser Woche bin ich beispielsweise drei Mal vor der Arbeit ins Black Delight gegangen und habe mir dort einen Kaffee & Brötchen für 4,50 Euro gekauft. Zudem war ich zwei Mal im Esszimmer einen Salat für 10 Euro essen.

 

Deshalb liegt des Konzept von just SPENT eine simple aber entscheidende Erfahrung zu Grunde: “Leute gehen Woche für Woche in die gleichen Läden und kaufen die gleichen Sachen.”

Wenn du Mittwoch das erste Mal im Black Delight für 4,50 Euro frühstückst und dort am Donnerstag wieder, weiß die App, dass du wohlmöglich wieder 4,50 Euro ausgeben wirst. Denn just SPENT erkennt, an welchem Ort du dich befindest und lässt dich aus seiner Liste von zuvor bereits getätigten Ausgaben auswählen. Mit einem Swipe nach rechts aktivierst du die Kosten für deine Übersicht – Kaffee & Brötchen für 4,50 Euro mit einem kurzen Wischer über das Display eingeloggt.

 

In der Grafik siehst du dafür ein weiteres Beispiel. Die App erkennt, dass ich mich in der Nähe des Burgerladens befinde. Mit einer kurzen Geste kann ich die 15 Euro für mein Lieblingsmenü in meinem just SPENT einloggen.

Unter iOS8 ist es sogar möglich, Kosten einzuloggen, ohne die just SPENT-App aufrufen zu müssen – per Widget. Um das Widget zu nutzen, musst du einfach auf die Notification Seite von deinem iPhone (mit iOS8) gehen und das just SPENT Widget hinzufügen.

Dann gibt es noch eine einfache Übersichtsseite, auf der man sich alle Ausgaben als Excel-Tabelle per E-Mail zuschicken lassen kann.

Wir haben bewusst auf weiteren Schnickschnack verzichtet. Jegliche Daten werden lediglich auf dem iPhone des Nutzers gespeichert. Es gibt keine Cloud, kein Web View und auch keine API-Schnittstelle zu einem Bankkonto.

 

Wir entwickeln die App seit August 2014 in einem sehr informellen Rahmen. Lediglich drei Meetings bei Black Delight und einige leckere Kaffees brauchte es, um die Sache in Rollen zu bringen. Die Wireframes wurden in balsamiq gebaut. Die Koordination ist diesmal lediglich über iMessage gelaufen. Auf E-Mails oder ein Projekt Management Tool haben wir verzichtet.

Getestet haben wir die App via Testflight. Wir selber nutzen die App seit Anfang September und haben die Finale Version an 10 Tester gegeben. Wie erwartet, haben viele nach einer Testversion gefragt, allerdings waren die Tester dann nicht so aktiv in der App, wie wir uns das gewünscht hätten. Den perfekten User Test Prozess haben wir noch nicht gefunden. Die Nachfrage nach einer Testversion ist jedes Mal groß. Wenn diese dann installiert ist, kommt allerdings echt dünnes (bzw. kein) Feedback. Vielen Dank an die beiden super Testerinnen Lydia und Nat!!!

Lydia: “Genau das,was ich seit Monaten versuche auf Papier zu machen und wofür ich mir sehnlichst ne App gewünscht hab.”

Nat: “Have used it already! Its great:) and simple to handle…:)”

 

jetzt just SPENT downloaden!!!

 

 

FAQ:

Warum kostet die App 0,99 EUR?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Was nichts kostet, ist nichts wert. Wir gehen davon aus, dass, wenn jemand eine App zahlt, diese auch mehr nutzen wird.

2. Wir haben keine Daten von euch auf irgendwelchen Servern gespeichert, mit denen wir auf irgendwelche Weise, irgendwie, irgendwann Geld verdienen könnten.

3. Keine Werbung.

 

Wann kommt eine Android App?

Wir schauen uns in den nächsten Wochen an, wie das Feedback der Nutzer zu just SPENT ist und entscheiden dann, ob wir Android nachziehen. Falls du eine Android App haben willst, schreib und doch einfach eine E-Mail.

Wird man irgendwann das Bankkonto mit just SPENT verbinden können?

Das haben wir nicht vorgesehen, weil wir auch nicht wollen würden, dass ein Startup weiß, was auf unseren Konten abgeht. Zudem sind manche Apps von manchen Banken doch echt ganz gut. Auf der anderen Seite könnten wir es in wenigen Wochen nachbauen. Wenn es also von Nutzern gewünscht wird, werden wir es noch mal überdenken.

Update: Android ist im Store!!!

 

Wo sind meine Daten?

Alles bleibt auf deinem Telefon. Falls du deine Ausgaben genauer unter die Lupe nehmen möchtest, kannst du dir deine Daten per E-Mail selbst schicken. Uns interessieren deine Daten nicht.

 

Was ist mit der WHY own it App?

Wir arbeiten an einer neuen Version und werden diese Anfang 2015 auf den Markt bringen.

 

Wie erreiche ich euch?

Für Feedback und Presseanfragen könnt ihr uns jederzeit eine e-Mail an hello (AT) justspent (dot) com schreiben. Natürlich hat just SPENT auch eine Facebook Seite und einen Twitter Account.

Falls ihr etwas über uns schreiben wollt, könnt ihr könnt ihr zur Bebilderung die Screen-Bilder von diesem Blog Post nehmen.

USA – Land des unbegrenzten Teilens: In den Staaten ist das Sharing im Mainstream angekommen

In den vergangenen drei Wochen reiste ich nach New York und San Francisco, um Urlaub zu machen – so der Plan. Doch drei Wochen USA bedeuteten für mich auch eine dreiwöchige Lektion im Nutzungsverhalten von Sharingdiensten unter Amerikanern. Mein Fazit vorab: Auf der anderen Seite des großen Teiches ist Sharing bereits im Alltag angekommen. Vor allem zwei Dienste stachen mit ihren wirklich nützlichen Leistungen heraus.

Uber ist überaus praktisch

Bereits am Flughafen in New York der erste Kontakt: Mein „Taxi“ bestellte ich mit Uber, dieser komfortablen Taxiapp mit den schwarzen Limousinen, die es inzwischen ja auch in Berlin gibt. Der Vorteil für den Kunden: Die Limousinen sind schick, unauffällig, zuverlässig und schnell vor Ort.

Zudem kosten Sie in den meisten Fällen nicht mehr als eine Taxifahrt. Die Vorteile für die Fahrer: Sie können die Nachfrage besser bedienen und damit auch mehr Geld verdienen.

Mein Fahrer berichtete mir, dass er zuvor bereits drei Jahre als Taxifahrer gearbeitet hatte. Doch die teure Lizenz und das ständige Säubern des Autos nach einer Schicht – er teilte sich das Taxi und die Lizenzgebühren mit zwei anderen Fahrern – könne er sich dank Uber nun sparen, sagte er. Jetzt fahre er nur noch dann los, wenn die Nachfrage, die er bequem per App abfragen kann, hoch sei.

Zuhause in fremden Wohnungen – Erfolgskonzept Airbnb

Auch in San Francisco begegnete mir mit Lyft ein ähnlicher Dienst, dessen Konzept Wundercar derzeit für Deutschland adaptiert. Mein Gedanke war gleich: Wäre toll, wenn es das bald auch in Hamburg gäbe. Dann könnte ich meinen alten Traum verwirklichen, mal ein Wochenende lang den Taxifahrer zu geben.

Der zweite große Dienstleister auf meiner USA-Reise, dessen weltweiter Erfolg ihn auch bis nach Hamburg geführt hat, ist Airbnb. Sowohl in New York als auch in San Francisco mietete ich meine Unterkünfte über Airbnb bei Privatpersonen. So wohnte ich beispielsweise bei Davis in New York. Er begann mit der Vermietung eines Zimmers, als sein Mitbewohner mit dessen Freundin zusammenzog. James passt seine Preise dauerhaft der Saison und der Nachfrage an. Im Februar kostet sein Zimmer beispielweise nur ein Drittel des Sommerpreises. In einer Stadt wie New York lohnt sich das Geschäft: Bald will James drei Monate durch Europa reisen und das eingenommene Geld wieder für Wohnungen bei Airbnb ausgeben – der Kreislauf beginnt von vorne.

Sharing – in den USA etabliert, in Deutschland auf dem Vormarsch

Mir hat der Trip in die USA die Augen geöffnet, was den Vormarsch von Sharing-Konzepten angeht. In Deutschland stehen in der Entwicklung noch am Anfang – aber vor ein paar Jahren hat auch noch kaum jemand online Waren bestellt und nun sieht man, wo dieser Markt angekommen ist. Interessant war vor allem, dass diese Plattformen Privatleuten Möglichkeiten bieten mit wenig Aufwand Geld zu verdienen. Es handelt sich deshalb auch nicht um Sharing im eigentlichen Sinne, sondern um das Verfügbarmachen von Dienstleistungen. In einer Welt, in der immer mehr Menschen immer weniger Nettoeinkommen zur Verfügung haben, wird sich dieser Trend sicherlich noch weiter durchsetzen – dann bestimmt auch bis nach Hamburg.

Es war das Jahr, in dem ich aufhörte Dinge zu kaufen

Mitte 2012 Deutschland, machte ich mich mit einem kleinen Team daran WHY own it zu entwickeln und wollte die Idee schon bald ein Stück weiter tragen. Die neue Idee: Diesen damals erträumten Katalog des Leihbaren gibt es jetzt.

Warum also überhaupt noch Dinge kaufen? Ich entschied mich dazu, ein Jahr (2013) nicht mehr zu konsumieren.

ICH WILL ERLEBEN, NICHT HORTEN

Natürlich gab es Einschränkungen: Ohne Nahrung geht es nicht. Wenn Kleidung kaputt geht oder der Winter hart wird, war auch hier eine Ausnahme erlaubt. Und, getreu meinem Motto „collect moments, not stuff“, wollte ich, anstatt Staubfänger anzuhäufen, so viel wie möglich erleben. Letzte Ausnahme also: Konzerttickets, Reisen, gutes Essen sind erlaubt. Und los ging es!

Am Anfang verkaufte und verschenkte ich so viele Dinge, dass bis auf mein Bett, meine Kleidung, einen Sessel und ein paar alte Schulbänke, an denen mein Team und ich zu dieser Zeit an WHY own it arbeiteten, kaum etwas in meiner Wohnung übrig blieb. Ein befreiendes Gefühl. Den Rest – Bücher, einige Sportgeräte, Reisetaschen und Elektronik – stellte ich bei WHY own it ein, um sie jedem meiner Freunde zugänglich zu machen.

VIELE MENSCHEN KAUFEN DIE GLEICHEN DINGE

Mein Ziel war es nicht nur, meine eigene Plattform auf Tauglichkeit zu testen. Mir war bei der Entwicklung auch aufgefallen, dass viele Leute die immer gleichen Dinge besitzen. Die Biografie von Steve Jobs – fast jeder meiner Freunde im IT-Bereich besaß sie. Eine Bohrmaschine, die zumeist nur wenige Minuten im Jahr läuft – dutzendfach auf WHY own it eingestellt. Es ging darum, diese Dinge nicht mehr zu kaufen, sondern sie nur dann zu nutzen, wenn ich sie benötigte.

Für mich war es ein Weg zurück zu Einfachheit. Ich musste mir kaum noch um die Pflege und Wartung von Dingen Sorgen machen, denn ich besaß ja kaum noch etwas. Es war aber auch ein Weg zurück zur Interaktion, zum Bewusstsein darüber, dass Vorlieben für Produkte auch verbinden können. Wenn ich mir ein Buch auslieh, sprach ich mit meinen Freunden darüber, wenn ich ein Sportgerät auslieh, schnackten wir noch kurz über den anstehenden Urlaub. Es machte mir deutlich, dass der Besitz eines Produkts ein Statussymbol ist. Die geteilte Nutzung dagegen, ist ein Kommunikationsmedium. Dreimal dürft ihr raten, welche Interpretation mir besser gefiel.

DAS NEUE ZIEL: AUS ZWEI KOFFERN ZU LEBEN

Geld habe ich in den zwölf Monaten übrigens kaum gespart. Das zusätzliche Geld habe ich für Konzerte und Reisen ausgegeben. Gekauft habe ich mir lediglich einen Anzug für die Hochzeit von Freunden, ein paar Hemden, einen Wintermantel, Winterschuhe und Laufschuhe. Der Anzug hängt die meiste Zeit im Schrank, den würde ich mir in Zukunft auch lieber ausleihen.

Mein Ziel ist es, in Zukunft nur noch so viel zu besitzen, wie in zwei Koffer hinein passt. Damit wäre ich frei zu leben und zu arbeiten wo ich will. Alles, was ich zusätzlich zum Leben brauche, will ich mir ausleihen. Dass es funktioniert, weiß ich jetzt.

Wenn ihr selbst einmal ausprobieren wollt, wie es ist, den eigenen Konsum zurückzufahren und dafür wieder mehr mit Freunden in Kontakt zu kommen: Ab sofort könnt ihr das neue WHY own it im Apple App Store herunterladen. Neben einem frischeren Look gibt es auch tolle neue Funktionen. Ihr könnt jetzt beispielsweise auf einer Karte sehen, wo ihr euch die gewünschten Produkte in eurer Stadt ausleihen könnt.

Gleich um die Ecke liest eine gewisse Lara die gleichen Bücher wie du? Aber bislang kennt ihr euch noch nicht? Es ist höchste Zeit, das zu ändern.

Was ist eigentlich diese Shareconomy?

Spätestens seit der großen Computerfachmesse CeBIT, die 2013 unter dem Motto „Shareconomy“ stattfand, ist dieser griffige Kunstbegriff einem breiten Publikum bekannt geworden. Was genau sich dahinter verbirgt, wissen aber nur die Wenigsten.

WHY own it erklärt, was es mit der „Shareconomy“ auf sich hat und wo die Branche heute steht.

Vom Besitzen zum Teilen

Der Begriff Shareconomy setzt sich aus den englischen Worten für Teilen und Wirtschaft zusammen und bezeichnet, grob gesagt, den Wandel vom Besitzen hin zum Teilen. Dieser Trend lässt sich sowohl im Internet als auch in der Wirtschaft beobachten.

Schon seit langem wird im Internet Software unter dem Gedanken des Open Source geteilt, füllen Nutzer von Wikipedia die für jeden frei zugänglich Online-Enzyklopädie gemeinsam mit Inhalt oder teilen Musik und Videos in sozialen Netzwerken miteinander.

Die digitalen Möglichkeiten werden aber auch immer häufiger dazu genutzt, haptische Güter miteinander zu teilen oder Kaufentscheidungen zu optimieren.

Laut einer Studie des Branchenverbandes BITKOM informieren sich 73 Prozent der Internetnutzer vor dem Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung im Internet und lesen die Bewertungen Dritter. Andersherum beteiligen immer mehr Unternehmen Verbraucher als Innovatoren in der Produktentwicklung.

Der Gedanke des Teilens reicht also von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Nutzung eines Produkts – und wird dabei für viele Verbraucher immer wichtiger: Laut BITKOM teilen bereits heute rund 17 Prozent der Internetnutzer hin und wieder Dinge wie Autos, Werkzeuge oder ihre Wohnung mit Hilfe des Internets, 52 Prozent glauben, dass das Teilen in Zukunft eine größere Rolle spielen wird.

Wer teilt mit wem?

Man unterschiedet zwischen „Peer to Peer“-Konzepten, wie Kleiderkreisel, eBay oder WHY own it, bei denen Verbraucher untereinander teilen und handeln. Und „Business to Consumer“-Konzepten, wie car2go, bei der ein Anbieter seinen Nutzern ein Produkt zum Teilen zur Verfügung stellt. Dafür fällt häufig auch der Begriff „Collaborative Consumption“.

Die Zahlen sprechen für sich

Dass mit den neuen Angeboten der Shareconomy auch ein gesellschaftlicher Sinneswandel einhergeht, ist kaum von der Hand zu weisen. Die Nutzerzahlen sprechen für sich: Alleine 2012 haben sich eine halbe Million Deutsche ein Auto von Carsharing-Diensten geliehen. Die Plattform Couchsurfing, auf der Nutzer kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten bei anderen Nutzen finden können, hat 6 Millionen Nutzer, AirBnb, das ein ähnliches Angebot gegen eine Mietgebühranbietet, hat 10 Millionen Nutzer weltweit. Dabei reicht das Phänomen Shareconomy weit über das Internet hinaus: Laut einer ARTE-Recherche ist durch das Teilen von Geld, Nahrungsmitteln, Lagerräumen oder Gärten bereits heute jeder Vierte Deutsche schon einmal Co-Konsument geworden.

Die Teilnahme an der Shareconomy lohnt sich, weil Produkte und Dienstleistungen so für jeden einzelnen günstiger werden und man mehr Zeit für die Wesentlichen Dinge des Lebens übrig hat, ganz nach dem WHY own it-Motto: Collect moments, not things.

Source: myaspiefiles.com