Digital Everything – Was ist eigentlich dieses Internet der Dinge.

Wir haben drauf gewartet, nun endlich ist es soweit. Die Apple Watch ist (fast) auf dem Markt, lange nach der Samsung Gear. Bis jetzt sind die Smart Watches noch nicht im Mainstream angekommen und wir sind gespannt, ob es Apple als Kultmarke schafft.   

Richtig überzeugt hat uns die Apple Watch leider noch nicht, da unsere Kosten-Nutzen Rechnung noch nicht aufgegangen ist. Bis jetzt ist die Smart Watch für uns lediglich eine Fernbedienung fürs Smartphone, mit der man über das Handgelenk telefonieren kann. Ob der Mensch allerdings wirklich schon bereit ist, übers Handgelenk Befehle abzugeben, sei dahingestellt.

Allerdings sollte man nie nie sagen, da mit der Apple Watch tolle neue Features auf den Markt kommen. Die IHG Translator App ist zum Beispiel eine Apple Watch App, mit der eine Voice-to-Voice Übersetzung in 13 Sprachen möglich sein wird. (Bild-Quelle: Apple/ Samsung)

Die Apple Watch gab uns den Anlass, das Internet der Dinge einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir haben uns gefragt, was das Internet of Things oder auch das Internet of Everything ausmacht und wie wir es für uns nutzen können. Oder vielmehr, wie wir es für andere nutzen können. Wir haben für euch unsere Top 20 Internet of Things Produkte auf Slideshare zusammengetragen.

Wenn wir mal ehrlich sind, können wir heute nicht mehr ohne Internet, geschweige denn ohne ein Smartphone leben.

Bald wird das Smartphone zur Steuerungszentrale unseres Alltags. Laut einer Umfrage ist bei mehr als 1/4 der Amerikaner das Smartphone das Erste was sie sehen, wenn sie aufwachen und das Letzte, bevor sie einschlafen (Quelle: Qualcomm). All unsere Lebensbereiche befinden sich im digitalen Wandel und die analoge verschmilzt mit der virtuellen Welt. Laut IDC sollen 2020 über 32 Milliarde Produkte mir dem Internet verknüpft sein.

Stellen wir uns folgendes Szenario vor. Wir werden von unserer smarten Matratze geweckt, die Kaffeemaschine registriert, dass wir aufstehen und läuft automatisch an. Unser Kaffee läuft durch die Maschine, sobald wir die Dusche ausstellen. Unsere elektrische Zahnbürste misst in unserem Speichel wichtige Informationen zu unserer physischen Verfassung und sammelt Daten zu unserem Gesundheitszustand, die beim nächsten Arztbesuch abgerufen werden können.

Luna ist die erste Matratze, die den Schlaf trackt, zwei Heizzonen und eine intelligente Weckfunktion hat. Sie kann ins Smart Home integriert werden und mit dem Nest Thermostat interagieren. Schläft man ein, könnte automatisch die Raumtemperatur reguliert werden. Quelle: Lunasleep

Luna ist die erste Matratze, die den Schlaf trackt, zwei Heizzonen und eine intelligente Weckfunktion hat. Sie kann ins Smart Home integriert werden und mit dem Nest Thermostat interagieren. Schläft man ein, könnte automatisch die Raumtemperatur reguliert werden. Quelle: Lunasleep

Heute ist das Szenario noch nicht möglich, denn die IoT-Produkte sind im seltensten Fall miteinander vernetzt, so dass sie untereinander Informationen austauschen können. Dafür brauchen wir einen offenen technischen Standard, den alle Geräte verschiedener Hersteller akzeptieren. 

Trotzdem werden wir im Jahr 2015 laut Forrester das Jahr des Internet of Things erleben.

Es sollen vermehrt smarte Produkte auf den Markt kommen, die einen wirklichen Mehrwert für die User bieten. 

Im Moment ist das noch relativ selten und die meisten IoT-Produkte sind eher technische Spielereien, als dass sie eine Lösung für den Nutzer anbieten. Doch auch kleinere Produktideen treiben die Entwicklung des Internet of Things voran, denn gerade am Anfang muss viel ausprobiert werden. Was Entwicklern hilft sind Crowdfunding Plattformen wie Kickstarter. Hier können Produktkonzepte auf ihre Marktfähigkeit geprüft und wichtiges Feedback von zukünftigen Usern eingeholt werden.

Technology ist eine der Top-Kickstarter-Kategorien mit über 1000 Projekten. Quelle: Kickstarter

Technology ist eine der Top-Kickstarter-Kategorien mit über 1000 Projekten.
Quelle: Kickstarter

Wearables sind eines der Dinge, die im Internet of Things schon verhältnismäßig weit entwickelt sind. 

Quelle: T-Mobile Blog

Gerade smarte Armbänder oder kleine Devices, die an die Kleidung angebracht werden können, kommen bei den Konsumenten gut an. Das ist natürlich nicht zuletzt den Fitness-Armbändern wie dem Nike+ Fuelband zu verdanken.

Die Fitness-Tracker sind so beliebt, da sie die Grenzen unserer selbst sprengen und uns eine revolutionäre Kontrolle über unseren Körper geben. Endlich sehen wir den physischen Fortschritt direkt auf dem mobile Device und können unseren persönlichen Erfolg mit anderen teilen, sich alleine feiern ist ja langweilig. So kriegen wir notgedrungen auch mit, wie Peter Tauber seine Performance mit Nike+ trackt und werden mehr oder weniger freiwillig Mitläufer auf seiner idyllischen Sporttour.

Durch die neuen digitalen Technologien können wir unser Leben komfortabler, sicherer und Prozesse nachhaltiger gestalten. 

Sie verändert nicht nur unser eigenes Verhalten, sondern auch den Umgang mit unserer Umwelt. Car2Go und Drive Now haben zum Beispiel in deutschen Großstädten das Verständnis von einer nachhaltigen Mobilität geschärft. Die Car Sharing Anbieter funktionieren nur so gut, da wir die Position der Autos einfach über die App lokalisieren, die Autos digital reservieren und mieten können. Auch Audi nimmt sich dem Prinzip Car Sharing an und ermöglicht mit Audi Unite Autobesitzern in Schweden, dass sie ihr Auto im Freundeskreis teilen können. Sie können das Auto über die App orten und für sich freischalten. 

In Next oder Hilton Hotels können Hotelzimmer per online check-in gebucht und die Zimmertüren mit einem digitalen Zimmerschlüssel geöffnet werden. Das soll zukünftig auch mit der Apple Watch funktionieren. Starwood Hotels konzipiert gerade eine solche Zusatzfunktion, mit der Zimmertüren über die Apple Watch geöffnet werden können.

Nest, die von Google aufgekauft wurden, machen mit ihrem Raumthermostat unser Haus zu einem programmierbaren Ort. Das Equivalent auf dem deutschen Markt ist Tado. Mit Nest und Dropcam will Google den Markt des Smart Living erobern und fängt an, intelligente Türschlösser, Türknöpfe oder Türklingeln zu entwickeln. Die smarte Klingel kann die Tür für Personen freischalten, deren registriertes mobiles Device erkannt wurde.

Was bald unseren Alltag mit gestalten soll, wirft für uns noch viele Fragen auf, wenn wir auf den Zug Internet of Things aufspringen wollen. 

Eine Studie von HP hat uns wirklich überrascht. HP deckte auf, dass bei den untersuchten IoT-Produkten sagenhafte 70% der Produkte Sicherheitslücken aufwiesen und digital angreifbar waren. Bei 9 von 10 Geräten mussten überflüssige personenbezogene Daten, wie Bankinformationen, angegeben werden. (Quelle: HP)

Was ist, wenn jemand unsere digital verriegelte Tür hackt und einbricht? Was ist, wenn vertrauliche Daten gehackt und unrechtmäßig an Dritte weitergegeben werden, wie beispielsweise Infos zum Gesundheitszustand an die Krankenkasse? Was ist, wenn Haushaltsgeräte als Thingbots missbraucht werden und Wellen von Spam-Mails versenden?

Quelle: BMW

Quelle: BMW

Proofpoint hat Ende 2013 die erste Cyberattacke über das Internet der Dinge aufgedeckt, ein Kühlschrank war betroffen. Anfang 2015 ging das Connected Drive-System vom BMW durch die Presse. Der ADAC deckte eine Sicherheitslücke bei 2,2 Millionen Autos mit Connected Drive-System auf, so dass technisch versierte Leute die Autos ganz einfach per Smartphone öffnen konnten. Wie das geht, zeigt das Video von Motherboard.

Genau dann ist unser Leben eben doch nicht so viel einfacher und sicherer geworden, sondern komplexer und unsicherer.

Bei der Konzeption von IoT-Produkten muss das Thema Sicherheit im Entwicklungsprozess von Anfang an ganz oben auf der Agenda stehen. Datensicherheit ist, trotz sich ausdehnender Toleranzgrenzen, das A und O in Zeiten der Digitalisierung, gerade wenn es um sehr sensible Daten geht.