USA – Land des unbegrenzten Teilens: In den Staaten ist das Sharing im Mainstream angekommen

In den vergangenen drei Wochen reiste ich nach New York und San Francisco, um Urlaub zu machen – so der Plan. Doch drei Wochen USA bedeuteten für mich auch eine dreiwöchige Lektion im Nutzungsverhalten von Sharingdiensten unter Amerikanern. Mein Fazit vorab: Auf der anderen Seite des großen Teiches ist Sharing bereits im Alltag angekommen. Vor allem zwei Dienste stachen mit ihren wirklich nützlichen Leistungen heraus.

Uber ist überaus praktisch

Bereits am Flughafen in New York der erste Kontakt: Mein „Taxi“ bestellte ich mit Uber, dieser komfortablen Taxiapp mit den schwarzen Limousinen, die es inzwischen ja auch in Berlin gibt. Der Vorteil für den Kunden: Die Limousinen sind schick, unauffällig, zuverlässig und schnell vor Ort.

Zudem kosten Sie in den meisten Fällen nicht mehr als eine Taxifahrt. Die Vorteile für die Fahrer: Sie können die Nachfrage besser bedienen und damit auch mehr Geld verdienen.

Mein Fahrer berichtete mir, dass er zuvor bereits drei Jahre als Taxifahrer gearbeitet hatte. Doch die teure Lizenz und das ständige Säubern des Autos nach einer Schicht – er teilte sich das Taxi und die Lizenzgebühren mit zwei anderen Fahrern – könne er sich dank Uber nun sparen, sagte er. Jetzt fahre er nur noch dann los, wenn die Nachfrage, die er bequem per App abfragen kann, hoch sei.

Zuhause in fremden Wohnungen – Erfolgskonzept Airbnb

Auch in San Francisco begegnete mir mit Lyft ein ähnlicher Dienst, dessen Konzept Wundercar derzeit für Deutschland adaptiert. Mein Gedanke war gleich: Wäre toll, wenn es das bald auch in Hamburg gäbe. Dann könnte ich meinen alten Traum verwirklichen, mal ein Wochenende lang den Taxifahrer zu geben.

Der zweite große Dienstleister auf meiner USA-Reise, dessen weltweiter Erfolg ihn auch bis nach Hamburg geführt hat, ist Airbnb. Sowohl in New York als auch in San Francisco mietete ich meine Unterkünfte über Airbnb bei Privatpersonen. So wohnte ich beispielsweise bei Davis in New York. Er begann mit der Vermietung eines Zimmers, als sein Mitbewohner mit dessen Freundin zusammenzog. James passt seine Preise dauerhaft der Saison und der Nachfrage an. Im Februar kostet sein Zimmer beispielweise nur ein Drittel des Sommerpreises. In einer Stadt wie New York lohnt sich das Geschäft: Bald will James drei Monate durch Europa reisen und das eingenommene Geld wieder für Wohnungen bei Airbnb ausgeben – der Kreislauf beginnt von vorne.

Sharing – in den USA etabliert, in Deutschland auf dem Vormarsch

Mir hat der Trip in die USA die Augen geöffnet, was den Vormarsch von Sharing-Konzepten angeht. In Deutschland stehen in der Entwicklung noch am Anfang – aber vor ein paar Jahren hat auch noch kaum jemand online Waren bestellt und nun sieht man, wo dieser Markt angekommen ist. Interessant war vor allem, dass diese Plattformen Privatleuten Möglichkeiten bieten mit wenig Aufwand Geld zu verdienen. Es handelt sich deshalb auch nicht um Sharing im eigentlichen Sinne, sondern um das Verfügbarmachen von Dienstleistungen. In einer Welt, in der immer mehr Menschen immer weniger Nettoeinkommen zur Verfügung haben, wird sich dieser Trend sicherlich noch weiter durchsetzen – dann bestimmt auch bis nach Hamburg.